
Die Abhängigkeit von Flusswasser zur Kühlung wird bei Hitzewellen zum Engpass, besonders für AKWs mit Direktkühlung – ein Punkt, den Kollegen aus dem Energiesektor genau verfolgen.

Hitzewelle bremst französische AKWs Handlungsfluss und Kernfakten
Frankreichs Atomkraftwerke stehen unter Druck, weil eine andauernde Hitzewelle die Temperaturen in Flüssen ansteigen lässt, aus denen sie Kühlwasser entnehmen. Umweltauflagen verbieten es, das erwärmte Wasser so heiß zurückzuleiten, dass es die Ökologie der Flüsse schädigt. Daher müssen Betreiber wie EDF die Leistung drosseln oder Reaktoren vorübergehend abschalten, wenn die Grenzwerte überschritten würden. Betroffen sind vor allem Anlagen mit Direktkühlung wie Saint-Alban, Blugey, Blayais und Golfech.
Fakten
- In über der Hälfte Frankreichs gilt ab Freitag die orangefarbene Hitzewarnstufe, mit Temperaturen bis zu 40 °C.
- Die Atomkraftwerke Saint-Alban, Blugey, Blayais und Golfech müssen ihre Produktion drosseln, da Flusstemperaturen die Umweltgrenzwerte gefährden.
- AKWs mit Direktkühlung sind besonders betroffen; 45 der 56 französischen Reaktoren nutzen widerstandsfähigere geschlossene Kühlkreisläufe.
- Der Strombedarf in Frankreich stieg am Donnerstag auf 52,4 Gigawatt, der höchste Wert seit Mitte April, unter anderem durch Klimaanlagen.
- Das Bahnunternehmen SNCF strich 71 Fernverbindungen, um Pannen durch überhitzte Klimaanlagen zu vermeiden.
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