Illustration eines US-Verteidigungsministers, der vor Mikrofonen in Florida spricht, während im Hintergrund das Gefangenenlager Guantánamo Bay schematisch dargestellt ist.
Illustration eines US-Verteidigungsministers, der vor Mikrofonen in Florida spricht, während im Hintergrund das Gefangenenlager Guantánamo Bay schematisch dargestellt ist.

Die Forderung nach Hinrichtungen gibt einem Kollegen, der die Debatte verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

US-Kriegsminister fordert Hinrichtungen in Guantánamo Handlungsfluss und Kernfakten

Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat nach einem Besuch des Militärgefängnisses in Guantánamo Bay die Hinrichtung der dort inhaftierten Terrorverdächtigen gefordert. In einer Presseäußerung in Tampa, Florida, argumentierte er, die Häftlinge hätten wegen ihrer Verbrechen gegen das amerikanische Volk bereits längst hingerichtet werden sollen. Die Äußerung löste Kritik aus, da viele der verbliebenen Häftlinge noch nicht rechtskräftig verurteilt sind.

Im Gefangenenlager Guantánamo Bay sind aktuell 15 Personen inhaftiert. Laut Pentagon-Daten aus Anfang 2025 wurden nur zwei von ihnen von Militärgerichten verurteilt, während gegen sieben weitere noch laufende Verfahren anhängig sind. Das Lager, das 2002 nach den Anschlägen vom 11. September errichtet wurde, steht seit Jahren unter internationaler Kritik wegen fehlender Rechtsstaatlichkeit, Inhaftierung ohne Anklage und dokumentierter Folter.

Der Stützpunkt befindet sich auf kubanischem Territorium, wird jedoch seit 1903 von den USA kontrolliert. Kuba betrachtet den Pachtvertrag als ungültig. Mehrere US-Regierungen versuchten vergeblich, das Lager zu schließen, da es an sicheren Drittstaaten für die Häftlinge mangelt. Menschenrechtsorganisationen warnen vor vorschnellen Strafmaßnahmen ohne rechtsstaatliche Grundlage.

Fakten

  • US-Verteidigungsminister Pete Hegseth forderte nach einem Besuch in Guantánamo Bay die Hinrichtung der dort inhaftierten Terrorverdächtigen.
  • Von den 15 verbliebenen Häftlingen wurden bis Anfang 2025 nur zwei rechtskräftig verurteilt, gegen sieben laufen noch Verfahren.
  • Das Gefangenenlager Guantánamo wurde 2002 nach den Anschlägen vom 11. September errichtet und steht unter internationaler Kritik wegen Folter und fehlender Rechtsstaatlichkeit.
  • Kuba betrachtet den US-Stützpunkt auf seinem Territorium seit 1959 als rechtswidrig besetzt.
  • Mehrere US-Regierungen scheiterten bisher an der Schließung des Lagers, weil es an Drittstaaten zur Aufnahme der Häftlinge mangelt.

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