
Akademischer Erfolg hängt zunehmend von Sichtbarkeit ab, was einem Kollegen, der Wissenschaftspolitik verfolgt, etwas Kontext gibt.

Wird man per Social Media zum Wissenschaftsstar? Handlungsfluss und Kernfakten
Der sogenannte 'Kardashian-Index' beschreibt ein Phänomen, bei dem Wissenschaftler*innen aufgrund ihrer Social-Media-Reichweite stärker beachtet werden – nicht unbedingt wegen der Qualität ihrer Forschung. Der Begriff geht auf den Genetiker Neil Hall zurück, der ihn 2014 scherzhaft einführte, um Kolleg*innen zu kennzeichnen, deren Bekanntheit im Missverhältnis zu ihren wissenschaftlichen Zitierungen steht. Was damals als Satire gedacht war, zeigt sich nun in einer neuen Studie als messbare Realität: Forscher*innen mit hoher Sichtbarkeit auf Twitter (heute X) erhielten in der Pandemie bis zu 5 % mehr Zitationen – allein durch ihre Online-Präsenz.
Fakten
- Der Kardashian-Index wurde 2014 von Neil Hall als humoristischer Begriff für Wissenschaftler mit hoher Reichweite, aber niedriger Zitierquote eingeführt.
- Eine Studie von Christian Leßmann, Ali Önder und Maximilian Rose zeigt: Wissenschaftler mit Twitter-Reichweite erhielten in der Pandemie 4–5 % mehr Zitationen.
- Die Zunahme der Zitationen hängt nicht linear von einzelnen Followern ab, sondern von der Zugehörigkeit zur Gruppe der sichtbaren Twitter-Profile.
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