
Der Rückbau eines Deichs lohnt einen zweiten Blick, besonders für Bekannte, die Küstenschutz oder Naturschutz verfolgen.

Deich weicht der See: Küstenschutz im Wandel Handlungsfluss und Kernfakten
Angesichts des Klimawandels überdenken Küstengemeinden in Schleswig-Holstein ihren Schutz: Statt Deiche immer höher zu bauen, wird an einigen Stellen bewusst Platz für die Ostsee geschaffen. In Behrensdorf soll der alte Deich abgetragen und weiter im Hinterland ein neuer errichtet werden. Dadurch entsteht ein breiteres Vorland, das Sturmfluten natürlicher abfedern kann.
Der alte Deich aus den 1960er Jahren durchschneidet ein Naturschutzgebiet und stört seltene Vogelarten. Sein Abbau dient nicht nur dem Küstenschutz, sondern auch der Wiederherstellung empfindlicher Ökosysteme. Die Arbeitsgemeinschaft „Rettet Feuchtgebiete“ fordert seit Jahren eine „Meereswende“ – Deichrückverlegungen an bis zu 50 Stellen in Schleswig-Holstein.
Die Umsetzung bleibt jedoch komplex: Privatgrundbesitzer müssen Flächen für den neuen Deich zur Verfügung stellen, und Gemeinden müssen Hoheit abgeben. Das Ministerium für Umwelt und Küstenschutz betont, dass solche Maßnahmen nur gezielt an Siedlungen und wichtige Infrastrukturen umgesetzt werden können. Das Projekt in Behrensdorf markiert jedoch eine Trendwende – nach jahrelanger Debatte beschloss der Gemeinderat den Neubau einstimmig.
Fakten
- In Behrensdorf, Schleswig-Holstein, wird der alte Deich abgetragen und weiter im Hinterland ein neuer errichtet.
- Beim Sturmflutereignis 2023 fehlten am Deich nur 40 Zentimeter, bis er überspült worden wäre.
- Die Arbeitsgemeinschaft „Rettet Feuchtgebiete“ fordert Deichrückverlegungen an bis zu 50 Stellen in Schleswig-Holstein.
- Das Umweltministerium betont, dass Deichrückverlegungen die Sturmwellenenergie abbauen und so den Küstenschutz stärken.
- 1996 sprach sich Behrensdorf gegen eine Deichverlegung aus; 2026 beschloss der Gemeinderat den Neubau einstimmig.
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