Ein großer Mammutknochen liegt in einer Ausgrabungsstätte in Bayern, umgeben von Werkzeugen und Forschern im Hintergrund.
Ein großer Mammutknochen liegt in einer Ausgrabungsstätte in Bayern, umgeben von Werkzeugen und Forschern im Hintergrund.

Die Schnittspuren an den Rippen geben einem Kollegen, der Urgeschichte verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

Mammut-Knochen enthüllen Jagd der Eiszeitmenschen Handlungsfluss und Kernfakten

Ein bei Regensburg entdecktes Wollhaarmammut-Skelett aus der letzten Eiszeit liefert seltene Hinweise auf menschliche Aktivitäten vor rund 26.000 Jahren. Bei Untersuchungen an mehr als 70 Knochenfunden, darunter ein fast 2,5 Meter langer Stoßzahn, identifizierten Forscher Einkerbungen an mehreren Rippen als Schnittspuren von Steinwerkzeugen. Diese Spuren deuten darauf hin, dass Jäger und Sammler das Fleisch des Tieres nutzten – möglicherweise sogar, ohne es selbst erlegt zu haben. Einige Knochen wurden später als Werkfläche verwendet, etwa als Schneidebrett.

Der Fund stammt aus einer Zeit, in der sich Menschen aufgrund der extremen Kälte weitgehend aus Mitteleuropa zurückgezogen hatten. Die Vegetation der Region ähnelte einer baumlosen Tundra, und Pollenanalysen belegen, dass die Durchschnittstemperaturen damals etwa sechs Grad unter heutigen Werten lagen. Holz war knapp, sodass Behausungen oft aus Mammutknochen und Tierhäuten errichtet wurden. Der Kadaver wurde vermutlich nahe der Fundstelle in Sedimenten eines eiszeitlichen Tümpels oder eines Zuflusses der Ur-Donau eingebettet.

Die Entdeckung ist besonders bedeutend, weil Skelettfunde von Mammuten in Deutschland selten sind und direkte Belege für menschliche Nutzung noch seltener. Das interdisziplinäre Forschungsteam publizierte seine Ergebnisse in zwei Studien im Fachjournal „Journal of Archaeological Science“. Ob das Mammut von Menschen getötet wurde oder als Aas verarbeitet wurde, bleibt unklar – ebenso wie der Verbleib der verwendeten Steinwerkzeuge.

Fakten

  • Im Jahr 2020 wurde bei Bauarbeiten in Riekofen (Landkreis Regensburg) ein Wollhaarmammut-Skelett entdeckt.
  • An mehreren Rippen des rund 27.000 bis 25.000 Jahre alten Mammuts fanden Forscher Schnittspuren von Steinwerkzeugen.
  • Eine Rippe wurde vermutlich als Schneidebrett genutzt, was auf systematische Fleischverwertung durch Menschen hindeutet.
  • Die Forschungsergebnisse wurden in zwei Studien im Fachjournal „Journal of Archaeological Science“ veröffentlicht.
  • Das Mammut lebte in einer baumlosen Tundra-Landschaft bei globalen Durchschnittstemperaturen, die sechs Grad unter heutigen Werten lagen.

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