Illustration eines syrischen und eines libanesischen Politikers, die sich über eine Tabelle mit Wirtschaftsdaten beugen, während im Hintergrund ein Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah symbolisch dargestellt ist.
Illustration eines syrischen und eines libanesischen Politikers, die sich über eine Tabelle mit Wirtschaftsdaten beugen, während im Hintergrund ein Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah symbolisch dargestellt ist.

Syriens Haltung gibt einem Kollegen, der die Region verfolgt, neuen Kontext für die Friedensbemühungen.

Syrien lehnt Trumps Hisbollah-Plan ab Handlungsfluss und Kernfakten

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa hat einen Vorschlag von US-Präsident Donald Trump abgelehnt, nach dem das syrische Militär im Libanon gegen die von Iran unterstützte Hisbollah vorgehen sollte. Sharaa betonte im Interview mit dem Sender al-Maschhad, dass Syrien stattdessen wirtschaftliche Verbindungen zum Libanon ausbauen wolle, nicht militärische Auseinandersetzungen führen. Die Äußerung kommt zu einer Zeit, in der die Region nach einem fragilen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah sucht, der am Freitag unter US-Vermittlung vereinbart wurde, aber bereits am folgenden Tag von beiden Seiten als verletzt bezeichnet wurde.

Die Hisbollah, ein langjähriger Verbündeter des gestürzten syrischen Machthabers Baschar al-Assad, hatte über Syrien jahrelang Waffen aus dem Iran erhalten. Seit dem Sturz Assads im Jahr 2024 durch die islamistische HTS unter Sharaas Führung wurde die Hisbollah aus syrisischem Gebiet verdrängt. Dennoch bleibt die Miliz im Libanon ein entscheidender Akteur und zog das Land im März durch Angriffe auf Israel in den Irankrieg hinein, worauf Israel mit Luft- und Bodenangriffen reagierte.

Sharaa betonte, dass die Sicherheit des Libanon untrennbar mit der Syriens verbunden sei, und ließ offen, ob er künftig mit der Hisbollah verhandeln würde – vorausgesetzt, es diene den Interessen beider Länder. Damaskus pocht auf eine politische, wirtschaftliche und soziale Lösung, ergänzt durch Sicherheitsmaßnahmen, die auch israelische Bedenken berücksichtigen.

Fakten

  • Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa lehnte Trumps Vorschlag ab, Syrien solle militärisch gegen die Hisbollah im Libanon vorgehen.
  • Trump schlug vor, Syrien solle die Hisbollah bekämpfen, falls Israel nicht in der Lage sei, den Konflikt ohne totale Zerstörung zu beenden.
  • Sharaa betonte, Syrien suche wirtschaftliche Verbindungen zum Libanon, nicht militärische Auseinandersetzungen.
  • Die Hisbollah zog den Libanon im März 2026 durch Angriffe auf Israel in den Irankrieg hinein.
  • Am 19. Juni 2026 einigten sich Israel und die Hisbollah auf eine Waffenruhe, die jedoch am folgenden Tag von beiden Seiten als verletzt bezeichnet wurde.
  • Sharaa ließ Verhandlungen mit der Hisbollah offen, falls sie den Interessen Syriens und des Libanon dienen.

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