Ein Astronaut blickt aus der Kuppel der ISS auf den blauen Planeten Erde, umgeben von der Schwärze des Weltraums.
Ein Astronaut blickt aus der Kuppel der ISS auf den blauen Planeten Erde, umgeben von der Schwärze des Weltraums.

Die Schwerelosigkeit lockert das Erwartungsmuster des Gehirns – ein aufschlussreicher Moment für einen Kollegen, der sich für Neurowissenschaft interessiert.

Warum das All das Ich verändert Handlungsfluss und Kernfakten

Viele Astronauten berichten nach einem Flug ins All von einer tiefen emotionalen Veränderung – dem sogenannten „Overview-Effekt“. Sie beschreiben ein starkes Gefühl der Verbundenheit mit der Erde und allen Lebewesen, oft verbunden mit der Einsicht in die Zerbrechlichkeit des Planeten. Bisher war unklar, was diese Wahrnehmungsverschiebung auslöst. Zwei Forscherinnen der Birkbeck University of London vermuten nun, dass die Mikrogravitation im All eine zentrale Rolle spielt. Ohne die konstante Orientierung durch die Schwerkraft verliert das vestibuläre System im Innenohr seine Funktion – das Gehirn erhält kein klares Signal mehr dafür, wo oben und unten ist.

Fakten

  • Der „Overview-Effekt“ beschreibt eine tiefe emotionale und bewusstseinsmäßige Veränderung bei Astronauten beim Anblick der Erde aus dem All.
  • Zwei Forscherinnen der Birkbeck University of London argumentieren, dass die Abwesenheit von Schwerkraft das vestibuläre System im Innenohr stört und so das Gehirn desorientiert.
  • Diese sensorische Desorientierung könnte das Gefühl der Verbundenheit und der Ehrfurcht verstärken, ähnlich wie bei psychedelischen Zuständen.
  • Die Studie wurde im Fachmagazin „Frontiers in Psychology“ veröffentlicht.
  • Das Verständnis des Effekts ist wichtig für zukünftige Langzeitmissionen und die Besiedlung anderer Planeten.

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