Wissenschaftler in der Arktis bohren Löcher in das Eis und pumpen Wasser an die Oberfläche, wo es zu neuem Eis gefriert.
Wissenschaftler in der Arktis bohren Löcher in das Eis und pumpen Wasser an die Oberfläche, wo es zu neuem Eis gefriert.

Die Entstehung von fast 50 Zentimetern neuem Eis gibt einem Kollegen, der Klimaprojekte verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

50 cm neues Eis in der Arktis Handlungsfluss und Kernfakten

Forscher des britischen Unternehmens Real Ice haben in der kanadischen Cambridge Bay ein Pilotprojekt gestartet, um das Abschmelzen der Arktis zu verlangsamen. Mithilfe lokaler Inuit-Bevölkerung bohrten sie im Winter Löcher in die Eisfläche und pumpten über 50.000 Tonnen Meerwasser an die Oberfläche, wo es bei Temperaturen von etwa minus 40 Grad sofort gefror. Auf einem Testgebiet von 20 Hektar – etwa 28 Fußballfelder – entstand so eine bis zu 50 Zentimeter dicke neue Eisschicht.

Im Frühjahr beginnt die Schmelzsaison, bei der Oberflächenwasser die Eisdecke bedroht. Um dies zu bekämpfen, leiten die Forscher das Schmelzwasser gezielt durch Bohrlöcher ab, ähnlich wie ein Abfluss im Waschbecken. Dadurch bleibt eine helle, reflektierende Eisschicht erhalten, die rund 70 Prozent der Sonnenstrahlung zurück ins All reflektiert – im Gegensatz zu dunklem offenen Wasser, das Wärme absorbiert und die Erwärmung beschleunigt.

Das Projekt zeigt, dass technische Eingriffe zumindest lokal die Eisschmelze verlangsamen könnten. Ob sich diese Methode im großen Maßstab anwenden lässt, hängt von Skalierbarkeit, Energiebedarf und ökologischen Folgen ab. Die Forscher sehen erste Erfolge, betonen aber, dass solche Maßnahmen nur ergänzend zum globalen Klimaschutz wirken können.

Fakten

  • Forscher des britischen Unternehmens Real Ice haben in Cambridge Bay (Kanada) ein Pilotprojekt zur Eisbildung gestartet.
  • Über den Winter wurden 50.000 Tonnen Wasser gepumpt und bei -40 °C zu bis zu 50 cm neuem Eis gefroren.
  • Auf 20 Hektar entstand eine neue Eisschicht, die Sonnenlicht besser reflektiert und die Erwärmung dämpfen kann.
  • Schmelzwasser wird über Bohrlöcher abgeleitet, um helle Eisflächen zu erhalten.
  • Weißes Eis reflektiert rund 70 % der Sonnenstrahlung, dunkles Wasser hingegen absorbiert Wärme.

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