
Die Diskussion über wirtschaftliche Abhängigkeit gibt einem Kollegen, der globale Handelsstrategien verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

EU-Gipfel: Stärke zeigen, aber leise Handlungsfluss und Kernfakten
Beim jüngsten EU-Gipfel in Brüssel diskutierten die Staats- und Regierungschefs intensiv über eine neue Handelsstrategie gegenüber China. Hinter verschlossenen Türen sprachen viele Führungskräfte offen von China als systemischem Wettbewerber und forderten eine härtere Linie. Dennoch wurde in der offiziellen 22-seitigen Erklärung das Wort „China“ nicht ein einziges Mal erwähnt. Stattdessen taucht nur eine vage Formulierung zu „globalen makroökonomischen Ungleichgewichten“ auf. Der Grund: die Sorge vor wirtschaftlicher Vergeltung, besonders aus Ländern wie Spanien, das chinesische Investitionen begrüßt.
Trotz der Zurückhaltung in der Öffentlichkeit markiert der Gipfel eine Zäsur. Die EU rückt von der alten Dreiteilung Chinas als Partner, Wettbewerber und Rivale ab und betont zunehmend die Konkurrenzrolle. Das Handelsdefizit der EU mit China wuchs von 312 Milliarden Euro 2024 auf 360 Milliarden 2025. Gleichzeitig steigen Chinas Exporte in die EU jährlich um sechs Prozent, während europäische Exporte in das Land sinken.
Die Kommission wirft China vor, Schlüsselgüter wie Elektroautos, Solarmodule und Stahl massiv zu subventionieren. Zudem gelangen gefährliche Produkte, etwa mit giftigen Chemikalien, nach Europa. Die EU erwägt nun Maßnahmen wie Zölle oder Quoten. Während Länder wie Deutschland, Frankreich und Polen zu härterem Vorgehen drängen, bremst Spanien unter Premier Pedro Sánchez, der China als „potenziellen Verbündeten“ sieht.
Fakten
- Beim EU-Gipfel 2026 wurde hinter verschlossenen Türen deutlich über China als wirtschaftlichen Rivalen gesprochen, doch in der offiziellen Erklärung fehlte der Name.
- Das Handelsdefizit der EU mit China stieg von 312 Milliarden Euro 2024 auf 360 Milliarden Euro 2025.
- Die EU-Kommission wirft China vor, Elektroautos, Solarmodule und Stahl durch Subventionen unfair auf globalen Märkten zu begünstigen.
- Spaniens Premier Pedro Sánchez nannte China einen „potenziellen Verbündeten“ und bremste harsche Kritik im Gipfel.
- Die letzte gemeinsame EU-Erklärung zu China stammte aus dem Jahr 2019, damals noch mit der Dreiteilung als Partner, Wettbewerber und Rivale.
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