Ein Koboldhai im tiefen Pazifik, gefilmt in 2000 Metern Tiefe, mit spitzem Kopf und eingezogenem Maul.
Ein Koboldhai im tiefen Pazifik, gefilmt in 2000 Metern Tiefe, mit spitzem Kopf und eingezogenem Maul.

Die Entdeckung gibt einem Kollegen, der Tiefseeforschung verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

Erster lebender Koboldhai gefilmt Handlungsfluss und Kernfakten

Forscher haben erstmals lebende Koboldhaie in ihrem natürlichen Lebensraum dokumentiert – eine der rätselhaftesten Tiefseehaiarten der Welt. Die Aufnahmen entstanden 2024 im Tongagraben im Pazifischen Ozean in einer Tiefe von fast 2000 Metern und stellen die bislang tiefste Filmaufnahme dieser Art dar. Bisher waren Koboldhaie fast nur aus toten Funden oder als Beifang bekannt, wobei sich ihr Äußeres nach dem Tod stark verändert, insbesondere das charakteristische, ausfahrbare Maul.

Die neuen Beobachtungen stammen von einer Expedition des Minderoo-UWA Deep-Sea Research Centre und ergänzen Beobachtungen nahe Jarvis Island. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Journal of Fish Biology“ veröffentlicht. Die Sichtungen dehnen das bekannte Verbreitungsgebiet der Art deutlich auf den zentralen Pazifik aus. Forscher sprechen von einem klassischen Tiefseetier mit geringer Population, aber riesiger geografischer Streuung.

Koboldhaie können bis zu sieben Meter lang werden und besitzen einen extrem langsamen Stoffwechsel, typisch für Tiefseebewohner. Ihr Kopf ist spitz, das Maul im lebenden Zustand eingezogen. Der Name leitet sich von einer japanischen Sagengestalt ab. Wissenschaftler wie Prof. Alan Jamieson und Prof. Culum Brown betonen, wie wenig über das Verhalten und die Biologie dieser urtümlichen Tiere bekannt ist – die neuen Filmaufnahmen sind ein erster Schritt.

Fakten

  • Forscher filmten erstmals lebende Koboldhaie im Tongagraben im Pazifik in 2000 Metern Tiefe (2024).
  • Die Aufnahme ist die tiefste bekannte Filmaufnahme eines Koboldhais.
  • Koboldhaie wurden bisher fast nur tot oder als Beifang dokumentiert und verändern ihr Aussehen nach dem Tod.
  • Die Art besitzt ein ausfahrbare Maul, das Beute wie eine Schleuder einfängt.
  • Neue Sichtungen dehnen das Verbreitungsgebiet auf den zentralen Pazifik aus.
  • Koboldhaie können bis zu sieben Meter lang werden und leben vermutlich sehr langsam.

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