Illustration von Havanna mit alten Autos und einem kaputten Strommast, während im Hintergrund neue Baustellen und Investorenprojekte entstehen.
Illustration von Havanna mit alten Autos und einem kaputten Strommast, während im Hintergrund neue Baustellen und Investorenprojekte entstehen.

Die Umgestaltung der kubanischen Wirtschaft gibt einem Kollegen, der das Thema verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

Kuba startet marktwirtschaftliche Reformen Handlungsfluss und Kernfakten

Kuba befindet sich in der schwersten wirtschaftlichen und sozialen Krise seit den 1990er Jahren. Unter dem Druck einer verschärften US-Blockade, die seit Januar 2026 den Import von Erdöl und Treibstoff unterbindet, kommt es landesweit zu täglichen Stromausfällen von bis zu 20 Stunden. Vor diesem Hintergrund hat die kubanische Nationalversammlung weitreichende Wirtschaftsreformen beschlossen, um das Überleben des Staates und die Errungenschaften der sozialistischen Revolution zu sichern.

Die beschlossenen Maßnahmen sehen eine teilweise Abkehr von der Planwirtschaft zugunsten marktwirtschaftlicher Mechanismen vor. Ein Paket aus 176 Punkten umfasst die Neuausrichtung des Wirtschaftsmodells, die Stärkung kommunaler Autonomie, Subventionsreformen und eine Veränderung des Bankensystems. Private Immobilienprojekte sind nun erlaubt, private Banken dürfen am Finanzsektor teilnehmen, und Kubaner sowie Ausländer können künftig Aktien staatlicher Unternehmen erwerben. Auch der direkte Import und Export durch private Betriebe wird ohne staatliche Vermittlung möglich.

Die Regierung unter Premierminister Manuel Marrero Cruz betont, dass diese Schritte keine Abkehr vom Sozialismus darstellen, sondern eine notwendige Weiterentwicklung. Präsident Miguel Díaz-Canel hat ein neues Wirtschaftsberatergremium eingesetzt, dem auch kritische Ökonomen angehören. Es soll die Umsetzung begleiten, die als entscheidend gilt. Die Kommunistische Partei fordert breite gesellschaftliche Diskussion, während der Staatsapparat durch die Reduzierung von 27 auf 20 Ministerien verkleinert werden soll.

Fakten

  • Die kubanische Nationalversammlung beschloss im Juni 2026 umfassende Wirtschaftsreformen unter Präsident Miguel Díaz-Canel.
  • Die Reformen sehen die Zulassung privater Banken, Immobilienprojekte und den Aktienkauf staatlicher Betriebe durch Ausländer vor.
  • Grund für die Maßnahmen ist die schwere Krise durch die verschärfte US-Blockade, die seit Januar 2026 Erdölimporte blockiert.
  • Tägliche Stromausfälle von bis zu 20 Stunden sind Folge der Energieknappheit.
  • Ein neues Wirtschaftsberatergremium unter Leitung kritischer Ökonomen wurde eingesetzt, um die Umsetzung zu begleiten.
  • Die Zahl der Ministerien soll von 27 auf 20 reduziert werden, um den Staatsapparat zu verkleinern.

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