
Die Nordsee verändert sich drastisch, und wer Fischerei verfolgt, sieht hier einen neuen Alltag entstehen.

Tintenfische erobern die Nordsee Handlungsfluss und Kernfakten
Die Nordsee verändert sich durch den Klimawandel – wärmere Wassertemperaturen und der Rückgang großer Raubfische schaffen Platz für neue Arten. Tintenfische wie der Gewöhnliche Tintenfisch (Sepia officinalis) und verschiedene Kalmararten wandern verstärkt ein und werden zunehmend zur wirtschaftlichen Hoffnung für die regionale Fischerei. Bereits 2024 machte der Tintenfischfang rund 20 Prozent des Umsatzes der deutschen bodennahen Schleppnetzfischerei aus, nach nur einem Prozent im Jahr 2020. Diese Entwicklung birgt jedoch Risiken: Tintenfische leben nur ein Jahr, pflanzen sich einmal fort und reagieren extrem empfindlich auf Temperaturschwankungen. Gängige Fischereimanagementsysteme, die auf mehrjährigen Beständen basieren, sind für sie daher kaum anwendbar.
Fakten
- Tintenfische machten 2024 rund 20 Prozent des Umsatzes der deutschen bodennahen Schleppnetzfischerei aus, 2020 waren es noch ein Prozent.
- Durch den Klimawandel ist die Nordsee etwa zwei Grad wärmer als vor 40 Jahren, was Tintenfischen den Lebensraum eröffnet.
- Tintenfische leben nur ein Jahr und pflanzen sich einmal fort – klassische Fangquoten-Systeme sind daher schwer anwendbar.
- Es gibt derzeit kein offizielles Managementsystem oder Fangquoten für Tintenfische in der Nordsee.
- Biologe Daniel Oesterwind leitet am Thünen-Institut die Arbeitsbereiche Fischerei & Umwelt Ostsee und forscht zu Tintenfischen.
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