Fußballstadion mit Bandenwerbung für ADI Predictstreet während eines WM-Spiels, davor ein Symbol für eine behördliche Prüfung.
Fußballstadion mit Bandenwerbung für ADI Predictstreet während eines WM-Spiels, davor ein Symbol für eine behördliche Prüfung.

Die Prüfung der Behörde gibt einem Kollegen, der Sportrecht verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

WM-Sponsor unter Verdacht Handlungsfluss und Kernfakten

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat ein Prüfverfahren gegen den FIFA-Sponsor ADI Predictstreet eingeleitet. Der Prognosemarktanbieter wirbt bei den Übertragungen der WM 2026 in Deutschland, obwohl er über keine nationale Glücksspiellizenz verfügt. Nur Unternehmen auf der offiziellen Behörden-Whitelist dürfen legal im deutschen Markt werben.

ADI Predictstreet ist als offizieller Partner für Prognosemärkte bei der WM mit Bandenwerbung und Logo-Präsenz in Interviews und Pressekonferenzen vertreten. Das Unternehmen gehört zum Firmennetzwerk der Herrscherfamilie von Abu Dhabi und bot zum Zeitpunkt des Sponsoringvertrags noch kein funktionierendes Produkt an. Der Vertrag wurde im April geschlossen, kurz nachdem das erst zwei Wochen alte Unternehmen gegründet worden war.

Die FIFA hat sich auf Anfrage nicht zum Thema geäußert. Der damalige Geschäftsführer von ADI Predictstreet sprach von einem "Meilenstein" für das Unternehmen. Die Plattform soll Fans "dynamische Tipperlebnisse" ermöglichen. Kritik gibt es wegen ethischer Bedenken und der Intransparenz des Geschäftsmodells, das Wetten auf beliebige messbare Ereignisse erlaubt – ähnlich wie bei Polymarket.

Fakten

  • Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat am 17. Juni 2026 ein Prüfverfahren gegen den FIFA-Sponsor ADI Predictstreet eingeleitet.
  • ADI Predictstreet verfügt in Deutschland über keine Glücksspiellizenz und steht nicht auf der behördlichen Whitelist.
  • Das Unternehmen ist bei der WM 2026 mit Bandenwerbung und Logo-Präsenz in Interviews sichtbar, obwohl es zum Vertragsabschluss im April kein funktionierendes Produkt hatte.
  • ADI Predictstreet gehört zum Firmennetzwerk der Herrscherfamilie von Abu Dhabi und bietet Prognosemärkte an, bei denen auf beliebige Ereignisse gewettet werden kann.
  • Der damalige Geschäftsführer Ajay Hans Raj Bhatia nannte die Partnerschaft mit der FIFA einen "Meilenstein"; sechs Tage später wechselte die Geschäftsführung zu Dimitrios Psarrakis.
  • Die FIFA betonte, Innovationen fördern zu wollen, hat sich aber nicht zu den rechtlichen Bedenken geäußert.

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