
Die Debatte über die angedienten Anteile gibt einem Kollegen, der das Thema verfolgt, etwas gemeinsamen Kontext.

UniCredit schaltet BaFin im Commerzbank-Streit ein Handlungsfluss und Kernfakten
Im Streit um die geplante Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit eskaliert der Konflikt zwischen den beiden Instituten. UniCredit hat die deutsche Finanzaufsicht BaFin gebeten, Aussagen der Commerzbank zur Wirksamkeit des bisherigen Übernahmeangebots zu prüfen. Gleichzeitig hat die Commerzbank ihrerseits die BaFin um eine Überprüfung von Angaben der UniCredit ersucht. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung darüber, ob die von UniCredit angebotenen Aktien tatsächlich von echten Investoren stammen oder von Banken, die als Gegenparteien in Derivatgeschäften mit UniCredit agieren.
UniCredit bestreitet Behauptungen, wonach ein Teil der angebotenen Anteile nicht echt sei, und nennt solche Darstellungen „falsch und unbegründet“. Die Bank befürchtet, dass irreführende Informationen den Übernahmeversuch gefährden könnten. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp verteidigte ihre Darstellung als alleinige Zugänglichkeit zu den Fakten. Parallel hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft Unterlagen zur Kommunikation zwischen UniCredit und der BaFin angefordert, obwohl kein förmliches Ermittlungsverfahren läuft.
Nach aktuellem Stand hält UniCredit insgesamt rund 41,8 Prozent der Commerzbank-Anteile. Dazu zählen bereits gehaltene Anteile, angediente Aktien sowie positionen aus aktien- und barbasierten Derivaten. Der deutsche Bund hält weiterhin 12,7 Prozent und lehnt die Übernahme ab. Sollte UniCredit genügend Zustimmung erhalten, könnte sie künftig den Aufsichtsrat und damit die Besetzung des Vorstands kontrollieren.
Fakten
- UniCredit hat die BaFin gebeten, Aussagen der Commerzbank zur Wirksamkeit ihres Übernahmeangebots zu prüfen.
- Die Commerzbank behauptet, viele angediente Aktien stammten nicht von echten Investoren, sondern von Derivate-Gegenparteien von UniCredit.
- Die Frankfurter Staatsanwaltschaft fordert Unterlagen zur Kommunikation zwischen UniCredit und der BaFin an.
- UniCredit hält insgesamt rund 41,8 Prozent der Commerzbank-Anteile, darunter über Derivate gesicherte Positionen.
- Der Bund hält 12,7 Prozent an der Commerzbank und lehnt die Übernahme durch UniCredit ab.
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